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"Bei der Auswahl der Passung sind vier Gesichtspunkte von Bedeutung:

  • Die Lagerringe müssen auf ihrem Umfang gut unterstützt werden, damit die Tragfähigkeit des Lagers voll genutzt werden kann.
  • Die Ringe dürfen auf ihren Gegenstücken in Umfangsrichtung nicht rutschen, da sonst die Sitzflächen beschädigt werden.
  • Das Loslager muss Längenänderungen von Welle und Getriebe ausgleichen; es muß also axial einstellbar sein.
  • Die Lager sollten sich ohne größeren Aufwand ein- und ausbauen lassen." Wälzlagerpraxis, S.316 [4]

Zur Erfüllung der ersten beiden Forderung ist ein straffer Sitz beider Lagerringe auf ihrem Gegenstück günstig.

Zur Erfüllung der beiden letzten Forderung ist es sinnvoll, wenn mindestens einer der beiden Ringe des Lagers eine lose Passung aufweist. Unter Berücksichtigung der Punkt- und Umfangslasten an den jeweiligen Ringen ist hier ein geeigneter Kompromiss zu finden.

Weiter zubeachtende Hinweise:

  • Nicht zerlegbare Lager (z.B. Rillenkugellager, Radial-Pendelrollenlager) können nur mit einem festen Stiz montiert werden. Der andere Ring muß eine lose Passung aufweisen, da das Lager nur auf eines der beiden Gegenstücke (Welle oder Lagergehäuse) aufgepresst werden kann.
  • Bei zerlegbaren Lagern (z.B. Zylinderrollenlager, Kegelrollenlager) können beide Ringe mit einem festen Sitz montiert werden, weil jeder Ring einzeln montierbar ist und so das Lager durch die Montage nicht beschädigt wird.
  • Bei einer Presspassung wird der Innenring aufgeweitet und der Außenring gestaucht, so dass sich das Lagerspiel (Spiel zwischen Wälzkörpern und Laufringen) verringert. Das kann ausgeglichen werden durch Lager mit erhöhtem Spiel.
  • Formabweichungen der Gegenstücke übertragen sich über die dünnen Lagerringe auf die Form der Laufbahnen der Wälzkörper. Deshalb müssen die Anforderungen an den Rundlauf der Gegenstücke dem der Lager entsprechen.

Nach diesen Vorbetrachtungen können geeignete Passungen ausgewählt werden. Nachfolgende Tabelle zeigt schematisch die Lage der gebräuchlichen ISO-Toleranzen für Wellen und Bohrungen zur Bohrungstoleranz KB und zur Außendurchmessertoleranz hB der Wälzlager.

Bild: Darstellung der Wälzlagertoleranzen KB und hB und der Wellen- und Gehäusetoleranzklassen nach ISO
Quelle: Roloff/Matek, S. 465 [1]
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