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Zweidimensionale Skizzen (Zeichnungen) sind wesentliche Entwurfsmittel im Designprozess. Sie sind besonders dazu geeignet, in der frühen Phase eines Projekts Ideen und Konzepte zu formulieren. Sie erfüllten die Funktion der Unterstützung des Designers, Formvorstellungen zu einem Thema zu entwickeln und umzusetzen, und die Funktion eines visuellen Kommunikationsmittels. Je nach Intension einer Zeichnung werden verschiedene Techniken, Materialien und Formate verwendet und Unterschiede hinsichtlich Genauigkeit, Detaillierung und Perfektion der Darstellung gemacht. Bild 1 zeigt eine detaillierte Handskizze eines Fahrzeugentwurfs. [SpKr-97]

Bild 1: Detaillierte Skizze eines Entwurfes der BMW AG [SpKr-97]

Um einzelne Themen zu vertiefen und deutlicher zu illustrieren, verwendet das Design sogenannte Renderings, farbige, großflächige Zeichnungen bis zum Maßstab 1:1 (Bild 2). Anhand von Renderings lassen sich im Vergleich zu skizzenhaften Darstellungen die Dimensionen und Proportionen ebenso wie technische und ergonomische Aspekte eines Fahrzeugentwurfs besser beurteilen. Für Präsentations- und Werbezwecke werden hochstilisierte Renderings eingesetzt, die zumeist mit Airbrushtechniken erstellt werden. Künstlerisch interpretierte Lichtreflexe oder imaginäre, das Fahrzeug umgebende Szenen sind übliche Stilmittel, die beim Betrachter Stimmungen und Assoziationen wecken sollen. [SpKr-97]

Bild 2: Rendering des VW Concept 1 [SpKr-97]

Das in Bild 3 dargestellte Anfertigen von Tapeplänen, das sogenannte Tape-Drawing, stellt einen für das Automobildesign sehr typischen Arbeitsvorgang dar. Mit flexiblen, schwarzen Klebebändern unterschiedlicher Stärke, sogenannten Tapes, bringt der Designer auf transparenten Folien die markanten Linien, sogenannte Charakter- oder Formlinien des Fahrzeugs nebst mehreren wichtigen Schnitten, wie zum Beispiel Motorhauben-, Dach- und Heckschnitte, an. Um die technischen und ergonomischen Vorgaben einhalten zu können, richtet er sich dabei nach einer, der Folie hinterlegten, Packagezeichnung im Maßstab 1:1. Tapepläne, die eine Dreitafelprojektion des Fahrzeugs mit Front-, Seiten- und Heckansicht bilden, stellen eine erste geometrisch relativ exakte Umsetzung des Entwurfs dar, der bis dahin lediglich in Form kleinerer Modellstudien, existiert; sie erlauben erstmals eine Beurteilung der Fahrzeugform in seiner tatsächlichen Größe, sowohl unter ästhetischen als auch unter technischen Gesichtspunkten. In dieser Form sind sie eine geeignete Vorlage für die Herstellung physischer Modelle in Originalgröße. Eine weiter Variante sind mit Renderingtechniken verfeinerte Tapepläne, auch Taperenderings genannt, die erstellt werden, um Entwürfe zu präsentieren. [SpKr-97]

Bild 3: Ausarbeitung eines Tapeplanes bei der BMW AG [SpKr-97]
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