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Ausgangsbasis für den Designprozess ist das Projekthandbuch, eine Anforderungsliste, die für alle an der Entwicklung des Fahrzeugs beteiligten Arbeitsgruppen die Vorgaben eines projektierten Modells zusammenfasst. In diesem sind neben allgemeinen Angaben, wie Umfang der Modellpalette, Motorgrößen, Entwicklungskosten, Produktionsbeginn oder Meilensteinen, technische und ergonomische Anforderungen enthalten, die in einem sogenannten Package oder Packageplan zeichnerisch dargestellt sind - meist als Hardcopy vorliegender CAD-Daten im Maßstab 1:1. Das von der Vorentwicklung erarbeitete Package umfasst die Grundmaße des Fahrzeugs, Lage und Abmessungen des Motors, Grenzkonturen für erforderliche Frei- und Bauräume, die Anordnung und Position der Sitze und vieles anderes mehr. [SpKr-97] Diese Packaging-Informationen sind ausschlaggebend sowohl für das Exterieur- als auch für das Interieur-Design. Erste sogenannte "hard points" sind somit dem Design vorgegeben, mit denen es nun gilt, die beste und geschickteste Ausnutzung der Fahrzeugmaße zu entwickeln. Gleichzeitig nimmt das Package aber teilweise auch Einfluss auf die Proportionen des Fahrzeugs, so hinsichtlich Höhe, Länge, Breite,... also spezifisch designrelevante Faktoren. [BrSe-03]

Ziel des Designprozesses ist die Erstellung mehrerer miteinander konkurrierender, maßstabstreuer Präsentationsmodelle, die den Entscheidungsgremien des Unternehmens als Grundlage für die endgültige Wahl des zu produzierenden Fahrzeugs dienen. Hierbei werden zunächst ohne Vorgaben und Einschränkungen zahlreiche Ideen zu einem Designthema entwickelt. Es entstehen somit erste Vorstellungen von möglichen Designlösungen, die noch nicht unbedingt an das vorgegebene Package gebunden sind. Ausdrucksmedien in dieser Phase sind Skizzen und Renderings1. Im nächsten Schritt kommt es zu einer allmählichen Einengung auf wenige Entwürfe, welche mittels Tape-drawing2 und Modellbau konkretisiert werden. Der zweiphasige Designprozess nach MISCHOK et. al. kommt auch hier deutlich zum Ausdruck. [SpKr-97]

1 Renderings sind farbige, großflächige Zeichnungen bis zum Maßstab 1:1. (Vergleiche Kapitel Entwurfsmittel im Designprozess, Bild 1)

2 Beim Tape-Drawing wird eine Art technische Zeichnung mit verschieden breiten, schwarzen Klebebändern erstellt. (Vergleiche Kapitel Entwurfsmittel im Designprozess, Bild 2)

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