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KEHLER verallgemeinert den Ansatz zu einem fünfphasigen, produkt- und branchenunabhängigen Prozess. [Gess-01] Die erste der in Bild dargestellten Designphasen heißt "Entwicklung eines Designthemas". Hier stehen nach KEHLER verschiedene Methoden zur Verfügung: Beispiele sind Szenariotechniken, Kreativitätstechniken wie Brainstorming oder die von KÜTHE et. al. eingeführte Collagentechnik. Diese Techniken zielen insbesondere auf eine zukunftssichere Schließung der zeitlichen Differenz zwischen Produktplanung und Marktpräsenz ab und stellen Grundlagen für eine effiziente ästhetische Konzeption zur Verfügung. Während dieser Phase ist je nach Integration des Designs in den Produktentwicklungsprozess eine Interaktion mit Marketing und Konstruktion erforderlich, die über Anforderungslisten sowie Visualisierungen eines möglichen Produktthemas beziehungsweise Kundenprofils durch Skizzen und Collagen erfolgt. Wichtig ist in dieser Phase die ausgewogene Verwendung von analytischen und visuellen Darstellungsmedien. [Kehl-98]

Bild: Designprozess nach KEHLER [Gess-01]

Während der zweiten Phase, der "Konzeptbestimmung", erfolgt ausgehend von einem oder mehreren identifizierten Trends eine Bestimmung möglicher Produktgestaltungsalternativen. Kommunikationsmedien in diesem Prozessabschnitt sind hauptsächlich Designskizzen, aber auch Maßstabsmodelle. Die diskursive Vorgehensweise hat auch zu der Bezeichnung "divergente Designphase" geführt. Innerhalb dieser Phase findet in der Regel ein Wettbewerb zwischen Designern, die verschiedene Gestaltungskonzepte vertreten, statt, um durch motivierende Konkurrenz und Zahl an Varianten eine große Konzeptqualität zu erzielen. [Kehl-98]

Nach der Auswahl eines oder mehrerer Konzepte erfolgt die Phase der "Konzeptverfeinerung" des Vorschlages mit dem Ziel, die wirtschaftliche und technische Machbarkeit zu überprüfen. Die dafür notwendige Kommunikation mit Konstruktionsabteilungen erfolgt über Modelle aus verschiedenen Modellbaumaterialien und über erste Maßskizzen. Mit dem Beginn des technischen Informationsaustausches wird die konvergente Designphase begonnen. [Kehl-98]

Während der "Ausarbeitung" konzentriert sich das Design auf einen verabschiedeten Entwurf, der aus den vorgeschlagenen Konzepten ausgewählt wurde. Aufgaben in dieser Phase umfassen die Einarbeitung von fertigungstechnischen Rahmenbedingungen und die ästhetische Optimierung der Gesamtgestalt. In der Regel setzt erst in dieser Phase die Verwendung von CAD- beziehungsweise CAS-Systemen ein, die einerseits zur Erstellung von Ingenieurszeichnungen, andererseits zur photorealistischen Visualisierung genutzt werden. [Kehl-98]

In der abschließenden "Detaillierungsphase" wird gemeinsam mit Konstruktion und Fertigung sowie möglichen Zulieferern die letztendliche Produktgestalt festgelegt. Neben der Verabschiedung der Form wird in dieser Phase die Farb- und Materialauswahl getroffen und eine eventuelle Produktgrafik entworfen. Ergebnis dieses Prozesses ist eine Referenz der Produktgestalt, die entweder als physisches Modell, als Zeichnung oder als CAD-Modell vorliegen. [Kehl-98]

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