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Im Produktplanungsprozess werden die Aufgaben definiert, denen sich die Produktentwicklung in der Folge zu stellen hat. Die Produktplanung ist die systematische Suche und Auswahl zukunftsträchtiger Produktideen als Basis zur Produktinnovation und deren Verfolgung über den Produktlebenszyklus. Dementsprechend wird in zahlreichen Unternehmungen dem Bereich der Produktplanung organisatorisch noch die Produktverfolgung (Weiterbeobachtung und Bewertung bei der Produktrealisierung) und die Produktüberwachung (Erfassung des Kosten- und Erfolgsverhaltens auf dem Markt sowie Einleitung geeigneter Steuerungsmaßnahmen) übertragen. Im Folgenden soll Produktplanung nur im Sinne als Vorlauf zur Produktentwicklung verstanden werden.

Ausgangspunkt der Produktplanung (Bild) ist das Marketing als Schnittstelle zum Kunden, d. h. zum Markt. Ihr Ziel besteht im Erreichen, Durchsetzen, Verteidigen, Erneuern von Wettbewerbsvorteilen mittels Kundenorientierung, Kundenintegration, QFD (Quality Function Deployment). Marketing und Produktplanung durchdringen sich methodisch und organisatorisch.

BIld: Ablauf der Produktplanung Quelle: [Pah97]

Für den Ablauf existieren mehrere Vorschläge [Bra74, Gey72, Keh72, Keh73, Kra74, Kra86, VDI2220], mit folgenden Gemeinsamkeiten: Produktplanung wird durch Impulse aus dem Markt, aus dem Umfeld, d. h. der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung sowie aus dem eigenen Unternehmen ausgelöst.

Marktimpulse:

  • technische und wirtschaftliche Stellung des eigenen Produkts am Markt, insbesondere erkennbare Veränderungen (erhöhter Bedarf, Umsatzrückgang, Entwicklung des Marktanteils)
  • Änderung der Marktwünsche, z.B. neue Funktionen, andere Formgebung
  • Anregungen und Kritik der Kunden
  • technische und wirtschaftliche Vorteile der Produkte von Wettbewerbern

Umfeldimpulse:

  • Eintreten wirtschaftspolitischer Ereignisse (z. B.: Erdölverteuerungen, Resourcenverknappung, Transporteinschränkung)
  • Substitutionen durch neue Technologien und Forschungsergebnisse (z. B.: mikroelektronische für bisher mechanische Lösungen, Tasten statt Wählscheibe beim Telefon, Laserschneiden statt Brennschneiden)
  • Umweltauflagen und Recycling bei bestehenden Produkten bzw. Verfahren

Impulse aus dem eigenen Unternehmen:

  • Nutzung von Ideen und Eigenforschungsergebnissen in Entwicklung und Fertigung
  • neue Funktionen zur Erweiterung oder Befriedigung des Absatzgebietes
  • Einführung neuer Fertigungsverfahren
  • Rationalisierungsmaßnahmen in der Produktpalette und der Fertigungsstruktur
  • Nutzung von Beteiligungsmöglichkeiten
  • höherer Diversifikationsgrad, d. h. genügend breite Abstützung auf mehrere Produkte, die sich im Lebenszyklus sinnvoll überlappen

Diese Impulse lösen fünf Hauptarbeitsschritte aus:

  1. Analyse der Situation
    • Unternehmenssituation
    • Situation der Produkte
    • Marterkenntnisse
    • Erkenntnisse aus Umfeld
    • Ergebnis: Situationsanalyse
  2. Aufstellen von Suchstrategien
    • Berücksichtigung der Ziele, Fähigkeiten und Potentiale des Unternehmens
    • Berücksichtigung von Marktlücken, Bedarf und Bedürfnisse
    • Ergebnis: Suchfeld
  3. Finden von Produktideen
    • innerhalb des Suchfeldes neue Funktionen, Wirkprinzipien, oder Gestaltungen im bestehenden oder erweiterten Energie-, Stoff- und Signalumsatz der Produkte ermitteln
    • Ergebnis: Produktideen
  4. Auswählen von Produktideen
    • Auswahlverfahren berücksichtigt Unternehmensziele, -stärken und Umfeld
  5. Definieren von Produkten
    • aus ausgewählten Produktideen werden Produkte durch Aufstellung einer vorläufigen Anforderungsliste näher präzisiert und bewertet
    • Auswahl einer aussichtsreichen Lösungsvariante
    • Ergebnis: Produktvorschlag
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