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RP Verfahren, die die Herstellung physischer dreidimensionaler Modelle allein auf Grund von Computerdaten erlauben, eröffnen Möglichkeiten zur Unterstützung der Produktentwicklung, indem an jeder beliebigen Stelle der Produktentwicklungskette Modelle angefertigt werden können.

Es wird empfohlen, eine Modelldefinition in Anlehnung an den Verband der Deut-schen Industrie Designer (VDID) zu verwenden. Sie unterscheiden folgende Arten von Modellen [25]:

  • Proportionsmodell
    Zeigt die äußere Form und die wichtigsten Proportionen. Dient der Kommunikati-on und der Motivation, muss schnell einfach und preiswert herzustellen sein. Detaillierungsgrad: niedrig. Beispiel: siehe Bild 1
Bild 1: Propotionsmodell einer Flanschsektion [26]
  • Ergonomiemodell
    Unterstützt den schnellen Entscheid über die Durchführbarkeit, zeigt die wichtigsten Details für Bedien- und Benutzbarkeit und zeigt Teilfunktionen. Detaillierungsgrad: mittel.
  • Designmodell
    Entspricht äußerlich möglichst vollständig dem Muster. Hochwertig bearbeitete Oberflächen. Unterstützt den Entscheid über Konstruktions- und Fertigungsmethoden. Ermöglicht Einbeziehung Dritter und Öffentlichkeitsarbeit. Detaillierungsgrad: hoch. Beispiel: siehe Bild 2.
Bild 2: Designmodell eines Sportwagens [26]
  • Funktionsmodell
    Sichert die Annahme für numerisch Simulationsrechnungen ab. Ermöglicht die Überprüfung einzelner, wichtiger Funktionen, gegebenenfalls auch unter Verzicht auf Wiedergabe der äußeren Form. Liefert Randbedingungen für den Werkzeug- und Formenbau, für die Konstruktion und Erstellung der Produktionsmittel. Detaillierungsgrad: hoch. Beispiel: siehe Bild 3.
Bild 3: Funktionsprototypen eines Flügelrades [26]
  • Prototyp
    Entspricht dem Serienmuster bereits weitgehend, gegebenenfalls sogar vollständig, wird nach Fertigungsunterlagen erstellt, unterscheidet sich vom Serienprodukt nur durch Produktionsverfahren. Ermöglicht die Überprüfung einzelner, wichtiger Produkteigenschaften. Ermöglicht die Herstellung von Werkzeugen. Detaillierungsgrad wie Serienprodukt. Beispiel: siehe Bild 4.
Bild 4: Protoyp einer Leuchteneinheit [26]
  • Muster
    Stammt bereits aus einer (Pilot-, Null-, Vor-, oder Haupt-)Serie. Ermöglicht den vollständigen Test aller Produkteigenschaften. Unterstützt die Ausbildung von Fertigungs- oder Servicepersonal, den Anlauf der Serienfertigung. Ermöglicht den Abgleich der Fertigungs- und Montagefolge.

Den Beitrag von Modellen zur Erfüllung der Anforderungen an Produkte beinhaltet Tabelle.

Tabelle: Beitrag von Modellen zur Erfüllung gewandelter Anforderungen an Produkte
Anforderungen an neue Produkte
Lösungsbeitrag durch Modelle und Prototypen
  • Trends folgen
  • Aktuelles Design
  • Individuelle Ausgestaltung
  • Schnelle und verbindliche Abstimmung
        der Entscheider anhand eines Modells,
        insbesondere für Nichttechniker schneller
        und verbindlicher möglich
  • Materialisieren einer Idee
  • Niedriger Preis
  • Kurze Lebensdauer
  • Interdisziplinäre Entwicklerteams
  • Örtlich verteilte Kompetenzen
  • Beschleunigte und qualitativ bessere
        Kommunikation
  • Steigerung der Motivation
  • Frühzeitige Fehlererkennung
  • Normung und Zulassung
  • Entwicklungsbegleitende Prüfung
  • Frühzeitig verfügbare Prüfmuster
  • Umweltrelevanz
  • Möglichkeit zur Durchführung von:
  • Demontageversuchen
  • Entwicklung der Verpackung
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